Unterschriften ebnen neue Wege

Das Rhön-Gymnasium hat einen neuen Kooperationspartner, ganz in der Nachbarschaft, bekommen – die Genossenschaftsbank. Zudem geht die Zielvereinbarung mit dem Schulamt in die Verlängerung bis 2017.

Kaltensundheim – Seit vielen Jahren schon arbeitet das Thüringische Rhön-Gymnasium in Kaltensundheim als Eigenveranwortliche Schule, gibt sich selbst Unterrichtsziele vor, überlegt sich, wie die zu erreichen sind und in welchem Zeitraum.

Natürlich werden die Ergebnisse auch ausgewertet. Die für diese Eigenverantwortlichkeit benötigte Zielvereinbarung mit dem Schulamt Südthüringen wurde jetzt um weitere drei Jahre verlängert. Schulleiterin Ilona König und der amtierende Schulamtsleiter Michael Kaufmann unterschrieben das Dokument diese Woche vor der versammelten Lehrerschaft. An den darin formulierten Aufgaben haben die Gymnasiumlehrer wieder intensiv mitgewirkt. „Über die Fachschaften sind Ziele zusammengetragen worden, die für uns als Gymnasium erstrebenswert sind“, erzählt Ilona König. „Natürlich geht nicht alles auf einmal. Also haben wir demokratisch abgestimmt, welche Ziele sich lohnen und machbar sind.“

Dabei kamen zwei Schwerpunkte heraus, die in den nächsten drei Jahren besonders bearbeitet werden. Zum einen soll eine schuleinheitliche Bewertungskonzeption entwickelt werden, die ab dem Schuljahr 2015/16 greift und dann alle Fachlehrern anwenden. Zum anderen nimmt sich das Gymnasium vor, die sogenannten Operatoren in die fächerübergreifende Lehr- und Lernplanung aufzunehmen und ab dem Schuljahr 2015/16 im Unterricht anzuwenden. Bei den Operatoren handelt es sich um allgemeingültige Handlungsaufforderungen, wie zum Beispiel „Erkläre!“, „Erörtere!“, „Beweise!“, „Interpretiere!“ und so weiter, deren Anforderungen vom Schüler richtig entschlüsselt werden müssen, damit er Aufgaben richtig und vollständig lösen kann.

Neuer Schulpartner

Neben dieser unterzeichnete Ilona König am Dienstag noch eine andere wichtige Vertragsvereinbarung – in diesem Fall mit der VR Genossenschaftsbank Fulda eG, die wenige Meter vom Schulhaus entfernt eine Filiale in Kaltensundheim betreibt. Deren Geschäftsstellenleiter Michael Roth war selbst einst Absolvent des Rhön-Gymnasiums. Umso mehr freute er sich, dass diese Partnerschaft mit der Schule zustande kam, die der Regionalmarktleiter der Bank, Egon Wehner , nun mit seiner Unterschrift besiegelte. „Wir sind richtig froh und glücklich über den Kooperationsvertrag. Weil die Bank direkt vor Ort ist, war sie für uns der optimale Ansprechpartner.Diese Vereinbarung soll uns als Schule helfen und der Bank auch“, so Ilona König.

Eine Lernpatenschaft sei geplant, die den Gymnasiasten Einblicke in die Finanz- und Wirtschaftswelt ermögliche. Die Genobank verfüge über Vorträge und Präsentationen – vom Verlauf eines Bewerbungsgesprächs bis hin zu Studienmöglichkeiten – die im Wirtschaft/Recht- und Sozialkunde-Unterricht sehr gut eingesetzt werden können. Der Vertrag sieht auch vor, dass die besten Abiturienten – bezogen auf den Gesamtdurchschnitt – jedes Jahr mit einer Prämie geehrt werden. In diesem Jahr ist das zum ersten Mal geschehen, auch wenn zur Abiturzeugnisübergabe der Vertrag noch gar nicht unterschrieben war. Ilona König bedankt sich daher bei der Bank, dass diese materielle Anerkennung schon vorab gewährt werden konnte. Constantin Clemen bekam für seinen 1,1er Durchschnitt 150 Euro, Carolin Büchner für 1,3 100 Euro und vier weitere Abiturienten wurden für ihre 1,5 mit 50 Euro bedacht. „Leistung muss sich auch lohnen. Die jungen Leute freuen sich über eine solche Anerkennung“, ist die Schulleiterin überzeugt.

Besser als Berufsberatung

Ein praktisches Beispiel, wie sich die Kooperationsvereinbarung auswirkt, wird der diesjährige „Tag der Ehemaligen“ sein, geplant für den 20. September. Ehemalige Schüler stellen den jetzigen aus den Klassenstufen 10 bis 12 an einem Samstag ihre Berufe und Karrieren vor. Daniel Möllerhenn, selbst ein ehemaliger Rhöner Gymnasiast, hatte diesen Informationstag ins Leben gerufen und organisiert ihn seither „jedes Jahr mit immer neuen Ideen“, weiß die Schulleiterin. Vom Lehrer- und Medizinstudium über wirtschaftliche Fachrichtungen bis zu Au Pair und Auslandsstudium reicht das Repertoire. „So viele Infos, wie unsere Schüler an diesem Tag bekommen, kann keine Berufsberatung bieten. Sie haben ja auch die Möglichkeit, sehr konkrete Fragen zu stellen. Zum Beispiel, auf was man unbedingt achten muss und was man verdienen kann“, erzählt Ilona König. Gleich mehrere Thüringer Hochschulen werden mit Info-Mobilen vor Ort sein. An diesem 20. September zeigt sich natürlich auch der neue Partner Genossenschaftsbank in der Schule, um den Beruf des Bankkaufmanns vorzustellen.

Quelle: Antje Kanzler (Freies Wort vom 01.09.2014)

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