Ein Praktikumsbericht

Meine Praktikumswoche in der Abteilung Ausländer- und Personenstandswesen - Ein Bericht von Ronja Reiter.

Während meines Praktikums wollte ich gern mit Menschen arbeiten und auch etwas Nützliches tun. So fragte ich im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen bei der Abteilung „Ausländer- und Personenstandswesen“ nach und ich bekam eine Zusage, denn dort war man froh über jede Hilfe.

Am Montag, dem 15.02.2016, war mein erster Arbeitstag. Ich hoffte, dass ich nicht nur im Büro sitzen und Akten sortieren musste, aber so kam es nicht!

Nach einer Vorstellungsrunde in der Abteilung, fuhr ich gleich mit einer Kollegin zu einer Wohnungsbesichtigung für Asylanten nach Wasungen. Wir kontrollierten, ob alles für den Einzug wie abgesprochen vorbereitet war. Da dies zutraf, ging es zurück ins Amt. Dort konnte ich mich gleich nützlich machen und Flüchtlingen beim Ausfüllen der Anträge für Reisepässe und für neue Ausweise helfen. Dabei konnte ich auch meine Englischkenntnisse einsetzen und habe viel übersetzt. Insgesamt habe ich vier Syrern den Antrag mit ausgefüllt. Ständig kamen Asylanten ins Büro und fragten nach Müllsäcken und Glühbirnen. Ganz schnell waren die sechs Stunden vorbei, und ich freute mich schon auf den nächsten Tag.

Jeden Tag wurde ich mit in den Außendienst genommen und das war echt spannend. So besichtigten wir auch eine Wohnung in Kleinschmalkalden, die in einem Privathaus für fünf Asylanten hergerichtet wurde. Diese war sehr schön saniert und ich fand diese Privatinitiative toll.

Wir führten Wohnungskontrollen in bewohnten Unterkünften an verschiedenen Orten im Landkreis durch und schauten, dass in den Wohnungen nicht geraucht wurde, dass die Wohnungen nicht verschlossen wurden (alles wegen der Brandgefahr!), dass der Müll richtig getrennt wird und dass Einrichtungsgegenstände und Geräte aus Gemeinschaftszimmern nicht in einzelne Wohnungen gestellt wurden. Gab es Verstöße gegen die Auflagen, die jeder Asylant vor Einzug in die Wohnung in Form einer Mappe erhalten hat, dann wurden Strafen ausgesprochen und meist durch Taschengeldabzug im nächsten Monat umgesetzt. Die Asylanten, meist aus Syrien, Afghanistan und dem Irak waren sehr freundlich. Es wurde uns Tee angeboten und viel geredet. Einige von ihnen hatten studiert und wollten gern wieder arbeiten. Immer betonten wir, dass sie ihre Zeit nutzen sollen, um Deutsch zu lernen, denn dann hätten sie beruflich die besten Chancen. Ich war auch bei Gesprächen mit Vertretern von Wohnungsgenossenschaften dabei, als es um die Fertigstellung von neu zu beziehenden Wohnungen und deren Mietverträge ging oder das Miteinander von Deutschen und Asylanten in den Wohnblocks, z. B. in Wasungen, besprochen wurde.

Am Donnerstag durfte ich mit zu einer Veranstaltung in die Fachhochschule zu einem Seminar für „Meditation“ nach Erfurt fahren. Das Seminar wurde von unserem Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow, eröffnet und er hat den Anwesenden deutlich klar gemacht, wie wichtig ihre Arbeit und das gute Miteinander mit den Flüchtlingen und Asylanten ist. Beim Workshop am Nachmittag habe ich mich auch zu einem Punkt zur Verbesserung der Flüchtlingskrise geäußert und zwar, dass eine bessere Aufklärung an den Schulen erfolgen solle, um ausländerfeindliche Einstellungen zu verhindern.

Es war eine aufregende und ereignisreiche Woche. Ich habe viel gelernt, insbesondere von der Arbeit mit den Flüchtlingen, welche Probleme bestehen, auf was alles geachtet wird und welche Verantwortung die Mitarbeiter in der Behörde haben. Ich würde jederzeit wieder dort arbeiten und helfen wollen.