Praktikumsbericht von Maja Marschall

Mein Ausflug zum Zahnarzt - ein  Bericht von Maja Marschall.

 

Hallo! Ich heiße Maja, besuche die 9. Klasse und habe wie alle meine Mitschüler ein einwöchiges Schülerpraktikum durchgeführt. Ich habe mein Schülerpraktikum in der Kieferorthopädie gemacht und hatte das große Glück nicht nur in diesen Beruf einen Einblick zu bekommen, sondern auch in den Beruf eines Zahnarztes, da meine Kieferorthopädin samt ihrem Team auf eine Weiterbildung verschwunden ist. Beim Zahnarzt sind mir viele lustige Dinge passiert, von denen ich euch erzählen möchte. In den ganzen 4 Tagen die ich in der Kieferorthopäden-Praxis verbracht habe, bin ich nicht einmal umgekippt. In der Zahnarzt-Praxis habe ich dies innerhalb von 2 Stunden geschafft.

Begonnen hat mein Tag wie jeder andere mit einer Besprechung, was den ganzen Tag so ablaufen wird. So eine Besprechung dauert nicht länger als 10 Minuten. Danach sind wir sofort durchgestartet. Ich habe mit in den Computer geschaut, als die Tabelle wegen des Sterilisierens der Geräte aktualisiert wurde. Da das Gerät zum Drucken der Etikette kaputt war, bzw. sich ein Band verklebt hatte, konnte ich nun das Gerät reparieren. Was für mich erstaunlich war, da ich es wirklich repariert habe und nicht komplett zerstört. Das wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ich so etwas geschafft hätte. Als es dann wieder ganz war, durfte ich in meine erste Behandlung. Hier konnte ich zuschauen, wie jemand ein Loch in einem Zahn mit einer Zahnfüllung, auch bekannt unter Blombe, gefüllt bekam. Danach war auch gleich die nächste Behandlung dran. Hier ging es jetzt schon richtig zur Sache. Dem Patienten sollte ein Zahn gezogen werden. Zunächst fand ich es interessant, jedoch hatte ich schon nach der ersten Betäubungsspritze die der Patient bekommen hatte, mit dem Gedanken gespielt, mich aus der Behandlung zurückzuziehen. Leider hatte mein Stolz gesiegt und ich blieb im Raum. Da man warten musste bis die Betäubungsspritze wirkte, hat man vorher die lockere Brücke des Patienten wieder fest geklebt. Nach einiger Wartezeit war es nun soweit - der Zahn sollte raus. Aus Angst, dass mir schlechte werden könnte, vermied ich es in den Mund des Patienten zu schauen. Ich habe nur gesehen wie die Zange in den Mund geführt wurde und dann - Knack! Das Gesicht des Patienten verzog sich schmerzhaft. „Das zieht noch bis runter!“ Allein bei dem verzogenen Gesicht zog sich bei mir alles zusammen. Der Doktor spritzte ein weiteres Mal und wartete wieder. Langsam fing es an in meinem Bauch zu kribbeln und mein einziger Gedanke war nur noch ´Du darfst nicht umkippen! Reiß dich verdammt nochmal zusammen jetzt!´. Die Behandlung des Patienten ging weiter. Ich sah wieder nur wie die Zange in den Mund eingeführt wurde. Ein weiteres Mal knackte es. Am Rand meines Sichtfeldes wurde es immer wieder schwarz. Verzweifelt habe ich versucht das Schwarze weg zu blinzeln bis mir dann auch noch schwindelig wurde und ich keine andere Wahl hatte als mich hinzusetzen, da ich sonst sicherlich auf dem Boden gelegen hätte. Als ich saß, richteten sich die Blicke sofort auf mich. Der Doktor und die Zahnarzthelferin schauten mich erschrocken an. „Geht es dir gut? Ach du meine Güte du bist ja ganz blass!“, ich versuchte verzweifelt zu nicken um klar zu machen, dass es mir gut geht, bis der Doktor ein Machtwort sprach und er die Zahnarzthelferin bat, mich in einen anderen Raum zu bringen. Sie kam auf mich zu und nahm mich hoch. Es kam mir vor als würde sie in Blitzgeschwindigkeit rennen. Sie brachte mich in den Raum nebenan, machte mir dort einen kalten Waschlappen den ich auf meine Stirn legte und ich bekam ein Becher mit Wasser. Nachdem ich saß wurde mir noch extrem schlecht. Doch mir war klar, nach der Aktion konnte ich mich jetzt nicht auch noch in der Praxis übergeben. Also atmete ich so tief ein und aus wie ich konnte. Nach gut zehn Minuten fühlte ich mich gut genug um mich wieder hinzustellen. Da ich noch ziemlich schlecht aussah, bekam ich die Aufgabe mich weiter im Pausenraum zu erholen. Ich kam in den Raum und sah mich im Spiegel an und erschrak vor mir selbst. Ich sah aus wie eine Leiche. Ich war nicht einmal mehr blass sondern ich war weiß. Ich hatte kaum noch Farbe im Gesicht. Meine Gedanken drehten sich darum wie ich wohl vor zehn Minuten ausgesehen haben musste. Ich suchte meine Tasche und holte meine Flasche heraus. Innerhalb von fünf Minuten hatte ich einen Liter getrunken. Nach meiner kleinen Erholung wurde mir angeboten ein weiteres Mal bei einer Behandlung zuzuschauen. Lächelnd lehnte ich ab und in diesem Moment war mir klar: „Zahnärztin werde ich nicht!“.

-        Maya Marschall, 9c