Ein volles Haus, angeregte Gespräche und zahlreiche Begegnungen zwischen Generationen, so präsentierte sich der Tag der Ehemaligen am Rhöngymnasium Kaltensundheim. Bereits zum 13. Mal öffnete die Schule ihre Türen, um aktuellen Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 bis 12 die Möglichkeit zu geben, in direkten Austausch mit Absolventinnen und Absolventen zu treten.
Ergänzt wurde das Programm durch eine Ausbildungs- und Studienmesse, die von regionalen Betrieben sowie Hochschulen aus Thüringen und darüber hinaus getragen wurde.
Eine Tradition wächst
Seit 2012 findet der Tag der Ehemaligen statt, zunächst als kleine Idee, inzwischen als fest verankerter Termin im Schuljahr. Mit jedem Jahr ist das Angebot gewachsen, sowohl in der Zahl der Alumni als auch in der Vielfalt der beteiligten Partner. In diesem Jahr waren so viele externe Unternehmen und Institutionen vertreten wie nie zuvor, darunter der Z-Bau Empfertshausen als neuer regionaler Arbeitgeber. Damit hat sich die Veranstaltung von einem Klassentreffen mit Zukunftsblick zu einer Plattform entwickelt, die Orientierung bietet, Netzwerke schafft und Türen öffnet.
Beliebte Sessions
Das Herzstück bildeten die Sessions, die jeweils 30 bis 45 Minuten dauerten. Besonders die Veranstaltung zu Studienfinanzierung und Bewerbungsprozessen stieß auf großes Interesse, hier hörten nicht nur Schülerinnen und Schüler aufmerksam zu, sondern auch viele Eltern, die eifrig mitschrieben. Daneben waren klassische Fachrichtungen wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie oder Ingenieurwissenschaften stark besucht. Themen wie „Work & Travel“ oder „Au-pair im Ausland“ begeisterten ebenfalls, da sie mit persönlichen Erfahrungen verbunden wurden. Immer wieder zeigte sich, dass authentische Einblicke und persönliche Geschichten den größten Mehrwert boten.
Stimmen der Ehemaligen
Für Annabell Schneider (Abitur 2016) war die Rückkehr an die alte Schule ein bewegendes Erlebnis: „Es ist spannend, in die teilweise ahnungslosen Gesichter zu schauen, da ich mich damals genauso gefühlt habe.“ Ihr wichtigster Rat lautete: „Geht ins Ausland, sprecht permanent mit Leuten, vernetzt euch so gut wie möglich und packt euren Rucksack voll mit Erfahrungen.“
Philipp Welle (Abitur 2019) ermutigte die Jugendlichen, Neues zu wagen: „Lieber einmal mehr scheitern, als es gar nicht erst zu versuchen.“ Theresa Ritz (Abitur 2020) formulierte kurz und knapp: „Genießt das Studium.“
Daniel Möllerhenn, Abiturjahrgang 2003 und Mitorganisator, gab den Schülern einen inspirierenden Ratschlag: „Mut zur Lücke“. Er betonte, wie wertvoll es sei, ungewöhnliche Wege zu gehen, beispielsweise durch ein Praktikum oder ein Auslandssemester an einem unkonventionellen Ort. Solche Erfahrungen, so Daniel, zahlen sich später im Berufsleben aus
Marcus Rothhaupt (Abitur 2018) hob hervor, wie wichtig es sei, auf die eigene Intuition zu hören: „Hört auf euer Herz, macht das, worauf ihr Lust habt, und überwindet euren Schweinehund.“
Eindrücke der Schülerinnen und Schüler
Die Rückmeldungen der Jugendlichen fielen durchweg positiv aus. Liam Michel (12. Klasse) beschrieb den Tag als „perfekte Gelegenheit, um mit Leuten in Kontakt zu treten, die in der Praxis schon Erfahrungen gesammelt haben.“ Sein Fazit in einem Wort lautete: „Wunderbar.“
Auch andere Schülerinnen und Schüler äußerten sich begeistert. Besonders die Vorstellung des Studienfeldes Soziale Arbeit hinterließ Eindruck, da detailliert über Studienablauf und Berufsfelder informiert wurde. Mehrfach fiel die Einschätzung „informativ“ und „erfahrungsreich“.
Für Nele Schulz (12. Klasse) war der Tag schlicht „außergewöhnlich, weil es nicht jede Schule macht.“ Hanna Luise Denner (11. Klasse) hob hervor: „Ich finde es gut, dass man viele Fragen stellen konnte und dass es von jedem Bereich etwas gab.“
Messe als Brücke zur Praxis
Parallel zu den Gesprächsrunden fand im ersten Stock eine Ausbildungs- und Studienmesse statt. Hochschulen wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Hochschule Schmalkalden, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und die SBBS aus Schwallungen stellten ihre Studienangebote vor. Regionale Betriebe wie die VR Bank Fulda, die Rhön-Rennsteig-Sparkasse, der Z-Bau aus Empfertshausen oder die Spedition Geis informierten über Ausbildungsmöglichkeiten. Damit wurde eine Brücke zwischen akademischer Vielfalt und regionaler Praxis geschlagen. Für die Jugendlichen eröffnete sich die Möglichkeit, sowohl überregionale Perspektiven als auch Chancen in der Heimatregion kennenzulernen.
Mehr als eine Berufsberatung
Am Ende des Tages zeigte sich, dass die Veranstaltung weit über klassische Berufsberatung hinausgeht. Sie verbindet Klassentreffen-Atmosphäre mit Zukunftsorientierung, persönliche Geschichten mit fachlicher Information. Für die Ehemaligen ist sie eine Gelegenheit, eigene Erfahrungen weiterzugeben und gleichzeitig alte Bekannte wiederzutreffen. Für die Schülerinnen und Schüler ist sie ein Ort, an dem sie ehrliche Einblicke erhalten, die Mut machen und Orientierung bieten.
Die Mischung aus Authentizität, Nähe und Vielfalt hat den Tag der Ehemaligen erneut zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Mit jeder Ausgabe wächst seine Bedeutung, da er Brücken schlägt zwischen Vergangenheit und Zukunft, Schule und Berufswelt sowie individueller Erfahrung und gemeinschaftlichem Lernen.
















