Im Rahmen der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung im Seminarfach am Staatlich Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim besuchten am 21.11.2025 alle SchülerInnen der 10. Klassen das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen.
Die MitarbeiterInnen des Kreisarchivs Schmalkalden-Meiningen unter Archivleiter Tom Pleiner erarbeiteten im Vorfeld des Projekttages ein umfangreiches Lernangebot mit dem Ziel, den SchülerInnen das Archiv als Lernort zur Quellenrecherche zu erschließen und gleichsam den Umgang mit Quellendokumenten zu schulen. Neben einer Archivführung, während welcher Einblicke in die Bestände des Kreisarchivs geboten wurden, arbeiteten die Lernenden im Projektteil in eigenständiger kritischer Quellenarbeit zu den Themen „NS-Rassenideologie“, „Zwangsarbeit im Weltkrieg“ und „Verarbeitung des Kriegsgeschehens aus der Sicht eines Soldaten“.
Frau Storch vom Kreisarchiv führte die SchülerInnengruppen durch die Magazinräume, erläuterte den Archivaufbau, die Dokumentationsaufgaben und die Möglichkeiten zur Nutzung der Bestände im Kontext wissenschaftlicher Arbeit. Den SchülerInnen, die im Seminarfach in der Gymnasialen Oberstufe selbst gewählte Themenstellungen wissenschaftsnah bearbeiten werden, konnte aufgezeigt werden, dass die Thüringer Archivlandschaft viele Recherchemöglichkeiten bietet, um möglichen Seminarfachthemen durch historische Quellenarbeit Tiefgang zu verleihen.
Der Projektteil zur Quellenerschließung bot Quellen zu historischen Themen im Kontext des Nationalsozialismus. Diese waren durch die Archivare aus eigenen Beständen nicht nur erschlossen, sondern auch pädagogisch aufbereitet worden, sodass die SchülerInnen einen authentischen Einblick in die entsprechenden Themenbereiche erhielten. Durch den Einsatz quellenkritischer Methodik gelang es den Lernenden in Gruppenarbeit, den Einfluss der nationalsozialistischen Staatsdoktrin auf verschiedene Lebensbereiche von Personen mit regionalem Bezug zu ergründen. Der biographische Lernansatz war nachhaltig: Gerade das Schicksal der zum Opfer der Zwangssterilisationen gewordenen „Hanna“ bewegte die Jugendlichen und regte dazu an, die eigene Sicht auf Menschen mit Krankheiten und Einschränkungen zu reflektieren.
Die SchülerInnen bedankten sich zum Abschluss mit einem großen Applaus bei den betreuenden ArchivarInnen und hielten fest, dass der Tag für sie sehr informativ und persönlich bereichernd gewesen sei. Der Einblick habe vielfältige Perspektiven auf die Archiv- und Quellenarbeit geleistet und ermögliche so, die methodischen Fertigkeiten zur Anfertigung der Seminarfacharbeit zu vertiefen. Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Staatlich Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim und dem Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen wird sich nach den Erfahrungen mit dem Projekt sicherlich verstetigen.













